Für weitere Recherchen geeignet
Nach der Bestätigung bei Als-Ob-Leben, dass es sich bei einer der Quellen um eine Zeitschrift des VPM - Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis - handelt, hier noch ein Hinweis. In demselben, im Heise-Forum geposteten Beitrag taucht als weitere Quelle der Antipsychiatrie-Verlag auf. Zu diesem Verlag gibt es unter anderem folgende Informations-Seite. Ein Zitat:
"Peter Lehmann (>>) liefert mit seinem "Antipsychiatrieverlag" seit 1986 die theoretischen Grundlagen, so 1987 das "Patiententestament" des Scientology-Unterstützers Thomas Szasz."
Interessant in diesem Zusammenhang könnte auch diese Diskussion sein. Wie gesagt: Ich bin mir nicht sicher, verweise aber mit NACHDRUCK auf die Lehramtsüberprüfung .
"Peter Lehmann (>>) liefert mit seinem "Antipsychiatrieverlag" seit 1986 die theoretischen Grundlagen, so 1987 das "Patiententestament" des Scientology-Unterstützers Thomas Szasz."
Interessant in diesem Zusammenhang könnte auch diese Diskussion sein. Wie gesagt: Ich bin mir nicht sicher, verweise aber mit NACHDRUCK auf die Lehramtsüberprüfung .
Morgaine - 10. Sep, 16:28
7 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
kinomu - 10. Sep, 19:43
Als ich auf amazon.de über Lehmanns Buch "Psychopharmaka absetzen" las, dass es sich "an die Behandelten, die aus eigenem Entschluss die verordneten Psychopharmaka absetzen wollen" richtet, erinnerte ich mich an eine Frau, die Psychopharmaka als "Teufelszeug" bezeichnete und die auf Foren versuchte, sie anderen auszureden - bei ihr hatte die Medikation nicht auf Anhieb funktioniert, und für Paranoiker ist dann oft der Psychiater unfähig bis bösartig, das Medikament sehr gefährlich, sowieso alles eine Verschwörung...
Auf der von Ihnen verlinkten Seite ist zu lesen:
Die Abschaffung der Psychiatrie wird zu einer großen Entängstigung in der Gesellschaft führen, von dem nicht nur wir Verrückte profitieren, die schon in der Psychiatrie waren, sondern alle Menschen. Es gäbe ein Repressionsinstrument weniger. Alle Gruppen, die ernsthaft gegen Unterdrückung von Menschen arbeiten, sind unsere potentielle Unterstützer. Da sich in sehr vielen Organisationen Psychiater und deren HelferInnen eingeschlichen haben,...
Unterdrücker, die sich einschleichen - das passt. Das Schlimme ist, dass solche Bücher enormen Schaden anrichten können, wenn sie von Betroffenen oder Angehörigen/Freunden... gelesen und nicht wie das Buch des Herrn Schreber* rezipiert werden. Wenn es gut geht müssen sich Patienten "nur" Vorwürfe und "gute Tips" anhören, so etwas sind unnötige Belastungen von Beziehungen, vielleicht Gründe, sie abzubrechen. Im ungünstigen Fall werden die Therapien abgebrochen, verschlechtert sich der Zustand, das kann mit Suizid enden.
* Nach seinem Vater wurden die Schrebergärten benannt.
Auf der von Ihnen verlinkten Seite ist zu lesen:
Die Abschaffung der Psychiatrie wird zu einer großen Entängstigung in der Gesellschaft führen, von dem nicht nur wir Verrückte profitieren, die schon in der Psychiatrie waren, sondern alle Menschen. Es gäbe ein Repressionsinstrument weniger. Alle Gruppen, die ernsthaft gegen Unterdrückung von Menschen arbeiten, sind unsere potentielle Unterstützer. Da sich in sehr vielen Organisationen Psychiater und deren HelferInnen eingeschlichen haben,...
Unterdrücker, die sich einschleichen - das passt. Das Schlimme ist, dass solche Bücher enormen Schaden anrichten können, wenn sie von Betroffenen oder Angehörigen/Freunden... gelesen und nicht wie das Buch des Herrn Schreber* rezipiert werden. Wenn es gut geht müssen sich Patienten "nur" Vorwürfe und "gute Tips" anhören, so etwas sind unnötige Belastungen von Beziehungen, vielleicht Gründe, sie abzubrechen. Im ungünstigen Fall werden die Therapien abgebrochen, verschlechtert sich der Zustand, das kann mit Suizid enden.
* Nach seinem Vater wurden die Schrebergärten benannt.
Morgaine - 11. Sep, 01:34
Herr Kinomu, unter Fachleuten ist bekannt, dass Thomas Szasz abgedriftet ist, wie ich auf Nachfrage erfuhr. Mich interessiert hier keine Diskussion über Psychopharmaka, sondern als Politologin die Instrumentalisierung dieser Diskussion für Polit-Sekten. Alles andere überlasse ich gerne den Experten der entsprechenden Fachgebiete.
wvs_at_re-actio.com - 11. Sep, 01:38
Zur Versachlichung ....
haben schon oft naturwissenschaftliche Grundlagen beigetragen:
Es ist, da stimme ich Herrn kinomu zu, völlig verantwortungslos, einem Patienten zum Absetzen der Medikation zu raten, die ja entweder die Aufgabe hat ein "Zuviel" oder ein "Zuwenig" an Neurotransmittern auszugleichen:
Der Effekt ist ähnlich als ob man den Patienten würgt - nur daß in diesem Fall die Auswirkungen nicht so unmittelbar zu erkennen sind, sondern teilweise extrem verzögert einsetzen ....
Wie in allen Fällen, in denen eine Wirkung durch Gabe von Medikamenten erzielt werden soll gilt:
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
(Nebenwirkung = unerwünschte, begleitende Wirkung, die von der Hauptwirkung getrennt nicht auftreten kann.)
Daher ist die Gabe von Medikamenten immer eine Abwägung eben dieser Balance:
Erreicht man durch das Medikament eine Wirkung, die für den Patienten - unter Inkaufnahme der Nebenwirkung - eine Besserung gegenüber dem vorherigen Zustand bedeutet.
Ich plädiere für einen möglichst sparsamen Gebrauch von Medikamenten. Beschränkt auf Fälle, in denen andere Maßmahmen nicht oder nur unzureichend wirken. Dann aber nicht halbherzig, sondern in angemessener Dosierung und ausreichendem Intervall.
Bei psychischen Störungen - und da bin ich wieder am Ausgangspunkt angekommen - ist eine Medikation zum Wohle der Patienten unumgänglich, vor allem dann, wenn Patienten der Wirklichkeit entrückt sind und erst durch Medikation eine weitere Therapie gewährleistet ist, z.B. eine Gesprächstherapie.
Im übrigen rate ich den Zweiflern, jenen, die Psychopharmaka strikt ablehnen, sich einmal in der Medizingeschichte umzutun und über Elektroschocktherapie nachzulesen. Wenn sie dann immer noch nicht vom Nutzen einer Arzneimitteltherapie z.B. bei Schizophrenie überzeugt sind, rate ich als zweite Stufe des Erkenntnisgewinns zu einem Besuch in der Psychiatrie:
Dort werden selbst die hartnäckigsten Arzneitherapie-Gegner vom Saulus zum Paulus!
- Im Gehirn gibt es eine fein austarierte Balance zwischen - im wesentlichen - sieben Neurotransmittersubstanzen.
- Wie bislang gezeigt werden konnte, können geringfügige Schwankungen zwischen diesen Stoffen ausgeglichen werden.
- Wird jedoch ein Schwellenwert - verschieden hoch, je nach Substanz - über- oder unterschritten, gerät das System in ein Ungleichgewicht:
- Folge ist das, was als "psychische Störung" diagnostiziert werden kann ....

Der Effekt ist ähnlich als ob man den Patienten würgt - nur daß in diesem Fall die Auswirkungen nicht so unmittelbar zu erkennen sind, sondern teilweise extrem verzögert einsetzen ....
Wie in allen Fällen, in denen eine Wirkung durch Gabe von Medikamenten erzielt werden soll gilt:
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung!
(Nebenwirkung = unerwünschte, begleitende Wirkung, die von der Hauptwirkung getrennt nicht auftreten kann.)
Daher ist die Gabe von Medikamenten immer eine Abwägung eben dieser Balance:
Erreicht man durch das Medikament eine Wirkung, die für den Patienten - unter Inkaufnahme der Nebenwirkung - eine Besserung gegenüber dem vorherigen Zustand bedeutet.
Ich plädiere für einen möglichst sparsamen Gebrauch von Medikamenten. Beschränkt auf Fälle, in denen andere Maßmahmen nicht oder nur unzureichend wirken. Dann aber nicht halbherzig, sondern in angemessener Dosierung und ausreichendem Intervall.
Bei psychischen Störungen - und da bin ich wieder am Ausgangspunkt angekommen - ist eine Medikation zum Wohle der Patienten unumgänglich, vor allem dann, wenn Patienten der Wirklichkeit entrückt sind und erst durch Medikation eine weitere Therapie gewährleistet ist, z.B. eine Gesprächstherapie.
Im übrigen rate ich den Zweiflern, jenen, die Psychopharmaka strikt ablehnen, sich einmal in der Medizingeschichte umzutun und über Elektroschocktherapie nachzulesen. Wenn sie dann immer noch nicht vom Nutzen einer Arzneimitteltherapie z.B. bei Schizophrenie überzeugt sind, rate ich als zweite Stufe des Erkenntnisgewinns zu einem Besuch in der Psychiatrie:
Dort werden selbst die hartnäckigsten Arzneitherapie-Gegner vom Saulus zum Paulus!
Morgaine - 11. Sep, 01:57
Das war jetzt eine interessante Ausführung. Dankeschön! In welchem Fach sagten Sie mir noch, Herr WVS, haben Sie Ihr Examen gemacht? Biologie ...? ;-)
wvs_at_re-actio.com - 11. Sep, 02:10
Das zeigt doch ....
wie sehr wir alle in Schubladen zu denken gewohnt sind - und da nehme ich mich bestimmt nicht aus.
Es ist landauf- landab viel zu wenig darüber bekannt, wie flexibel Biologen sein können. Wenn meine Beiträge hier in Weblogs zur Verbreitung dieser Botschaft dienen, daß nämlich Biologen mehr verstehen als nur Zoologie und Botanik - und vielleicht hier und da etwas Mikrobiologie und Genetik - dann ist ein wichtiges Ziel erreicht!
Wie bei den Sternzeichen der Zwilling als universell, suchend und flexibel beschrieben wird, ist auch der Biologe der flexibelste unter den Naturwissenschaftlern ....
Es ist landauf- landab viel zu wenig darüber bekannt, wie flexibel Biologen sein können. Wenn meine Beiträge hier in Weblogs zur Verbreitung dieser Botschaft dienen, daß nämlich Biologen mehr verstehen als nur Zoologie und Botanik - und vielleicht hier und da etwas Mikrobiologie und Genetik - dann ist ein wichtiges Ziel erreicht!
Wie bei den Sternzeichen der Zwilling als universell, suchend und flexibel beschrieben wird, ist auch der Biologe der flexibelste unter den Naturwissenschaftlern ....
wvs_at_re-actio.com - 11. Sep, 02:33
PS
Mein Prüfungsthema war:
"Veränderungen der Fettsäurezusammensetzung während der Puppenphase von Formica polyctena [Foerster] (Hymenoptera: Formicidae)"
Untertitel:
Nachweis der Steuerung der Kastendifferenzierung auf fettchemischer (biochemischer) Basis.
Die Ergebnisse wurden publiziert:
"Changes In The Patterns Of Fatty Acids Of The Lipids Extracted From Formica polyctena [Foerster] During The Cocoon Period (Insecta:Hymenoptera:Formicidae)"
{Comp.Biochem.Physiol. Vol. 65B, pp. 223-229; 05-11-1979}
"Veränderungen der Fettsäurezusammensetzung während der Puppenphase von Formica polyctena [Foerster] (Hymenoptera: Formicidae)"
Untertitel:
Nachweis der Steuerung der Kastendifferenzierung auf fettchemischer (biochemischer) Basis.
Die Ergebnisse wurden publiziert:
"Changes In The Patterns Of Fatty Acids Of The Lipids Extracted From Formica polyctena [Foerster] During The Cocoon Period (Insecta:Hymenoptera:Formicidae)"
{Comp.Biochem.Physiol. Vol. 65B, pp. 223-229; 05-11-1979}
Morgaine - 11. Sep, 02:38
... als ob ich an Ihren Biologie-Kenntnissen jemals gezweifelt hätte, Herr WVS ... ;-)


Trackback URL:
http://morgaine.twoday.net/stories/965040/modTrackback