Wegkehren oder Wegschliessen?
Köln. Ein Plakat an einer Litfaßsäule, auf dem eine junge Frau ein ca. einjähriges Mädchen auf ihrem Arm hält. Dazu der Satz:
"Ich möchte, dass meine Tochter keine Drogensüchtigen auf der Straße sehen muß." Suchthilfe.de
Und ich möchte, dass meine Tochter Leuten wie diesem (Werbe-)deppen und dem auf Kundenseite Verantwortlichen sehr laut und deutlich sagen wird, was sie von solchen dummen Law-And-Order-Parolen hält.
"Ich möchte, dass meine Tochter keine Drogensüchtigen auf der Straße sehen muß." Suchthilfe.de
Und ich möchte, dass meine Tochter Leuten wie diesem (Werbe-)deppen und dem auf Kundenseite Verantwortlichen sehr laut und deutlich sagen wird, was sie von solchen dummen Law-And-Order-Parolen hält.
Morgaine - 19. Apr, 17:23
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eclipse - 19. Apr, 17:27
in wien wurden vor kurzem zwei schutzzonen errichtet,um die schülerInnen zu "beschützen",damit hat sich die szene nur verlagert,das problem wurde nicht "gelöst".
Morgaine - 19. Apr, 17:34
Genaus das habe ich hier angesprochen. Hauptsache, die Stadt sieht ordentlich aus. Eine Politik, die momentan sehr beliebt zu sein scheint.
Ich antworte später noch ausführlicher, muß jetzt weg, um eine Tochter abzuholen, demnächst fährt sie dann wieder mit der Bahn ... ;-) Bis später!
Ich antworte später noch ausführlicher, muß jetzt weg, um eine Tochter abzuholen, demnächst fährt sie dann wieder mit der Bahn ... ;-) Bis später!
Morgaine - 19. Apr, 20:56
Diese Werbe-Aussage kristallisiert das Asoziale einer Gesellschaft, die nur noch ein Funktionieren/Nichtfunktionieren kennt. Wer nicht funktioniert, hat aus dem Blickfeld zu verschwinden.
Natürlich will ich meine Tochter auch schützen. Sie durfte beispielsweise als kleines Kind nicht in einen bestimmten Kölner Park spielen, weil dort Spritzen lagen. Ich habe versucht, ihr zu erklären, was es heißt, drogensüchtig zu sein. Später gingen wir dann manchmal zum Mittagessen in ein Kölner Projekt, wo Drogensüchtige, Obdachlose, sozial schwach Gestellte und Leute mit ausreichendem Einkommen gemeinsam essen können. Sie soll verstehen lernen, sich selber aber natürlich auch mit meiner Hilfe schützen können vor den Folgen der Sucht.
Werbe-Aussagen wie die Genannte legen ihrer Zielgruppe ein reines Interesse am Funktionieren des Menschen in den Mund. Das Aufrechterhalten des (schönen) Schein. Und sonst nichts.
Natürlich will ich meine Tochter auch schützen. Sie durfte beispielsweise als kleines Kind nicht in einen bestimmten Kölner Park spielen, weil dort Spritzen lagen. Ich habe versucht, ihr zu erklären, was es heißt, drogensüchtig zu sein. Später gingen wir dann manchmal zum Mittagessen in ein Kölner Projekt, wo Drogensüchtige, Obdachlose, sozial schwach Gestellte und Leute mit ausreichendem Einkommen gemeinsam essen können. Sie soll verstehen lernen, sich selber aber natürlich auch mit meiner Hilfe schützen können vor den Folgen der Sucht.
Werbe-Aussagen wie die Genannte legen ihrer Zielgruppe ein reines Interesse am Funktionieren des Menschen in den Mund. Das Aufrechterhalten des (schönen) Schein. Und sonst nichts.
creature - 19. Apr, 21:07
ich habe durchaus verständnis für diese zonen vor schulen und kindergärten, aber irgendwo müssen sich diese leute auch aufhalten können, schon alleine um unser aller versagen einen spiegel vorzuhalten sich nicht um den wirklichen grund warum junge menschen den drogen verfallen zu kümmern!
Morgaine - 19. Apr, 21:36
Ja. Wenns keiner sieht, braucht sich auch keiner zu fragen, was er denn tun kann. Oder ob er vielleicht irgendetwas falsch macht. Ich hab vor Jahren mal eine Versammlung der FDP mit den Geschäftsleuten der City miterlebt. Es ging um die "Vertreibung der Junkies" vom Neumarkt in der Kölner Innenstadt. Mein damaliger Freund, als Anwalt auch nicht gerade bekannt für zuviel soziales Engagement, ist danach aus der FPD ausgetreten. Seinem Parteifreund schlug er zum Abschied ein hübsches neues Logo vor: Gekreuzte Maschinengewehre vor Pelzmantel.
Im Ernst: Die Zahl der Drogensüchtigen steigt nach meiner Kenntnis rapide an. Und damit haben wir alle etwas zu tun. Es sind die Maßstäbe unseres Lebens, die da vor die Hunde gegangen sind. Wenn wir diejenigen unterstützen, die nur mit dem Besen kehren, vergrößern wir damit das Elend der Junkies UND unser Elend.
Im Ernst: Die Zahl der Drogensüchtigen steigt nach meiner Kenntnis rapide an. Und damit haben wir alle etwas zu tun. Es sind die Maßstäbe unseres Lebens, die da vor die Hunde gegangen sind. Wenn wir diejenigen unterstützen, die nur mit dem Besen kehren, vergrößern wir damit das Elend der Junkies UND unser Elend.
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