Sonntag, 30. Januar 2005

BlogLand wird nicht abgebrannt.

Ich möchte es mal so ausdrücken: Die pink-orangefarbenen Spielchen gehen mir am A.... vorbei. Eine Bemerkung, die nicht jeder verstehen muß. Doch weiter. Es nervt ein wenig, in der dieses Mal nicht ganz so kathartisch wirkenden Sendung von Frau Christiansen (schon wieder) Herrn Schily neben dem Ex-Sportchef der BILD zu sehen. Es geht um die Geschäfte der Sport-Mafia. Ja, es ist das böse Internet, über das die Wetten zum größten Teil abgeschlossen werden. Beide Herren spielen sich galant die Bälle zu. "Das Internet, nicht wahr!". Demgegenüber steht der dezente Hinweis des mir persönlich nicht sehr sympathischen Herrn Meyer-Vorfelder, dessen Namen ich hoffentlich gerade richtig geschrieben habe, dass ein großer Teil des Kartenverkaufs ebenfalls über das Netz der Netze abgewickelt werde.

Eine wunderbare Anordnung der verschiedenen Positionen, macht sie doch die Interessen im und gegen das Internet sehr schön deutlich. Als Frau habe ich selbstverständlich Verständnis für alle. Ja. Die Sicherheit, die Selbstmordsuchenden, die Spekulanten, das Internet. Unkontrollierte Informationen, Blogger basteln Bomben? Das sind Themen, die bedacht werden wollen. Bedacht werden will auch die Konkurrenz der Blogs zu den bisher genutzten Medien. Arbeitsplätze stehen hier auf dem Spiel und Torhüter-Positionen. Und dann hätten wir noch die Erwartungen der Wirtschaft an das Netz. Dotcomtod war gestern. Heute wird wieder gehofft. Und auch gezockt. Leider! Doch die Zocker und Falschspieler sitzen in jedem Boot. Wenn beispielsweise das BigBrother-Container-Spiel zum Alltag der AllesunterKontrolle-Helden wird, dann ist irgendwann Schluß mit lustig.

Dass da ganz neue Allianzen entstehen, erstaunt mich eher nicht. Trotzdem ist das Sinken der Schamgrenze doch bemerkenswert. Seit wann schämt man sich als Möchtegern-Heidegger nicht mehr, das BILD-Blog im Blogrolling zu listen? Wie wäre es mit dieser Antwort: Seitdem man sich innig wünscht, dass Volkes Stimme lieber zu BILD statt ins eigene (Volks-)Blog abwandert? Wo kommen wir denn da hin? Das Volk bloggt? Nein. So geht das wirklich nicht.

Auch wenn ich jetzt gar keine Lust habe, so was zu sagen oder gar zu tun: Der eine oder andere Sponsor aus der bösen, bösen Wirtschaft findet das Borderliner-Spielchen wahrscheinlich gar nicht nett. Wenn da über das Ziel hinausgeschossen würde, wäre es doch ziemlich schade. Denn BlogLand wird selbstverständlich auch in Zukunft nicht abgebrannt. Nicht wahr?

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Weblog Menschenrechte:
"Der deutsche Staat kann ausländischen Eltern verbieten, ihre Tochter in ihr Heimatland zu bringen, wenn dieser dort eine Genitalverstümmelung droht. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden."

Die Wölfe im Blog-Pelz

Stimmt. Communities sind gut. Statt nur über Wirtschaft zu berichten, kann man Wirtschaft jedoch auch von innen heraus aufmischen gestalten und Fehlentwicklungen korrigieren. Das Bah-Pfui-Wort dazu heißt Marketing. Oder Öffentlichkeitsarbeit. Zu welchen Mitteln diese geheime Wissenschaft greift, wird Nichteingeweihten wohl für immer ein Rätsel bleiben ...

Update: Das ist jetzt die dritte Textveränderung. Die Folge einer lebenslangen Endlos-Diskussion mit mir selbst.

Update: ... und unzähligen, meist öde endenden Gesprächen mit der einen oder der anderen Front.

Update: ... Such' ich jetzt doch die *wirklich* schönen Dessous und deren Anbieter im Netz.

Update: ... Laß' ich es!

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Köstlich! Das Foto und die Bildunterschrift:
"La Ola oder Die Wellenreiter: Kardinal Lehmann, Bischof Huber beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Flutkatastrophe, Berlin, Januar 2005"

Georg Seeßlen, Das Nachbeben Oder: Wie wir lernten, die Katastrophe zu lieben, konkret, Heft 2 Februar 2005

Samstag, 29. Januar 2005

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Jemand eine Idee?

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Comittee to Protect Bloggers
UND
The Bloggers' Rights Blog:
International Bloggers’ Bill of Rights
Blogophobic Organizations/Companies

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Freitag, 28. Januar 2005

Der Freitagskommentar

Es ist soweit. Die Finger sind warm geschrieben, die Liste der Leute, die on sind im ICQ, wird jede Minute länger, und der, mit dem du beim letzten Mal einige nette Sätze gewechselt hast, ist auch mit dabei. "CrazyRome" klingt nett. Und fiel nicht gleich wie "LatinLover" mit der Tür ins Haus: "Willst du 'nen Dirty Talk?". Du hast nicht viel Umstände gemacht mit diesem Herrn: "Nö, danke! Ich will das Menü und nicht den Hamburger."
Immer mehr Namen tauchen auf, du entscheidest dich für "CrazyRome". Er soll seine Chance bekommen. Aha. Er will. Ja. Es geht ihm gut, er hat Zeit. Und Lust.

Du möchtest mit ihm über Sex reden. Guten Cybersex haben. Nicht mehr. Nicht weniger. Cybersex ist aktiv und interaktiv, im Gegensatz zur Pornografie. Pornografie ist passives Entertainment. Cybersex braucht ein virtuelles Du, ein Gegenüber, das sich hoffentlich nicht als Dialogprogramm entpuppt. Wenn der Dialog mehr ist als die bloße Aneinderreihung von "Ahhhhhs", "Ohhhhhhs" und einem "Ja Baby. Zeig's mir!", ist dieses allerdings ziemlich unwahrscheinlich.
Guter Cybersex heißt, eine gemeinsame (Sex-)geschichte zu erzählen, sich einen eigenen Cyberspace zu schaffen, der angefüllt ist mit Emotion, Kommunikation und Imagination.
Aaron Ben-Ze'ev, israelischer Philosphie-Professor und Autor des Buches ""Love Online: Emotions on the Internet", ist sogar der Ansicht, dass Cybersex wesentlich stärker sein kann als das, was wir offline erleben. "Sex is about the brain, isn't it?". Vielleicht trifft hier das Wort von der Macht der Imagination die Situation am besten. In schneller Abfolge laufen im Chat die Sätze über meinen Bildschirm und innerhalb weniger Minuten erschaffen wir beide aufgrund der eigenen Unsichtbarkeit einen Raum mit einer Intimität, die offener und schamloser sein kann als reale Situationen.

Natürlich benutze ich dabei mein virtuelles Du als Projektionsfläche meiner Begierde, meiner Wünsche und Vorstellungen. Das jedoch ist für mich auch ein entscheidender Unterschied zur Pornografie. Im Cybersex sind es beide, die sich als Objekt für den anderen zur Verfügung stellen. Das kann auf verschiedene Art und Weise geschehen. Betrachte ich mein virtuelles Du als Spiegelfläche meiner Projektionen, habe ich sozusagen Sex mit mir selbst? Oder will ich die Fremdheit zwischen uns überwinden, die ich in der Kommunikation mit meinem virtuellen Du erfahre? Eine Fremdheit, die ich erlebe, weil ich 'Dich' in Deinem Anderssein mir gegenüber wahrgenommen habe.

Im realen Leben sind die Möglichkeiten der Projektion aus naheliegenden Gründen eingeschränkt. Dennoch helfen auch dort manchmal die Bilder im Kopf, wenn der Kandidat unter/über/neben uns nicht ganz den eigenen Vorstellungen entspricht. Gab es da nicht diesen Film mit Robert de Niro ...
Und? Wie ist es? Es gefällt dir? Schön. Dann schmeckt dir jetzt hoffentlich das Dessert mit Erdbeeren und Sahne.

Im ICQ wartet dein virtuelles Du. "CrazyRome" behauptet, er ist 16. Puh! Glück gehabt. Obwohl virtueller Sex im Internet mit Jugendlichen ja noch nicht strafbar ist. Es kann losgehen. Let's talk about Sex. Die ersten drei Sätze sind vollbracht, die Spannung steigt. "Crazy Rome" wird konkret.

"Hast du Lust auf mehr?"

"Aber gerne doch. Moment, ich suche mir nur gerade eine etwas bequemere Position, meine Jeans stört etwas und die CD im CD-Player ist die falsche. Ich leg' schnell eine andere ein."

"O.K. Ich warte."

...

"So, bin wieder da, Süßer. Hmmh. Mal sehen. Wir beide sind gerade in der Küche. Da steht ein alter, schwerer Holztisch in der Mitte. Ich stelle mich vor diesen Tisch. Du kommst näher, hebst mich langsam auf die Platte des Tisches. Küsst mich. Berührst mit deiner Hand ganz leicht meinen Bauch. Öffnest meine Schenkel ...
Was möchtest du jetzt tun?"

...

"..."

"Hallo? Noch da?"

"Ja."

"Und?"

"Is geil, mach weiter"


Nun ja. Das ist jetzt genau die Stelle, an der du dir wünschst, du hättest doch lieber eine schöne Geschichte ins Blog geschrieben. Und die Kommentar-Funktion geöffnet. Es ist schlicht kein Gefühl von Nähe, das hier entsteht. Nähe, die sich aus einem Dialog entwickelt. Im besten Fall bist du jetzt das Streichholz, das er entzündet. Du bist es, die brennt. Doch wer will schon die Fackel in der Hand eines Unbekannten sein? Du willst es? Schön. Dann hast du die richtige Spielwiese gefunden. Für mich ist es eher wie dauerhafter Sex mit sich selbst. Ganz nett. Mehr nicht.

Erotik entsteht für mich erst, wenn mein Gegenüber erfahrbar ist, wenn sich durch Kommunikation Nähe entfalten kann. Und damit stehe ich nicht alleine da. In den Diskussionen auf einer amerikanischen Mailingliste waren es die Frauen, die sich über schlechte bzw. fehlende Kommunikation beklagten. Die Sprache in den Chats erinnert immer mehr an Kinder, die nicht abwarten können und wollen, die Sätze sind zerhackt bis ins Unverständliche, alles ist nur auf das eine Ziel ausgerichtet: der schnelle und unmittelbare Kick! Sonst nichts. Erotik hingegen braucht Zeit. Genuß braucht Zeit. Alles andere ist virtueller Fastfood. Genuß für die, die (noch?) keine verfeinerten Geschmacksknospen entwickelt haben.

Vielleicht liegt hierin auch der wesentliche Unterschied zwischen Blog und Chatroom. Ein Blog wird nicht nur für den Moment geschaffen. Es ist nicht der Raum für die flüchtige Begegnung, auch wenn die Suche nach dem schnellen Freitagabend-Date durchaus erfolgreich sein kann. Es ein Ort, der gebildet wird von jemanden, der dort länger bleiben möchte. Dieser Ort ist etwas, das irgendwo zwischen der flüchtigen virtuellen Welt der Chatrooms und der realen Welt außerhalb des Netzes angesiedelt ist. Es gibt viele Motive, ein Blog zu betreiben. Einer davon ist, nette Leute kennenzulernen. Oder mit Hilfe von Blog und ICQ Online-Sex zu haben. Der ist mittlerweile so selbstverständlich geworden wie das Schreiben von E-Mails.

Doch wo Genuß ist, ist auch der Hinweis auf die Suchtgefahr nicht fern. Die Dokumentarfilmer Melanie Wood und Nick Orchard weisen in ihrem Film "O.Com: Cybersex Addiction" darauf hin, dass in den USA 8 Millionen Amerikaner mehr als 11 Stunden pro Woche am Bildschirm auf der Suche nach Sex online verbringen. Die psychologische Schlußfolgerung, dass jemand süchtig ist, der mehrere Stunden in der Woche mit Online-Sex verbringt, wird begründet mit dem Eskapismus-Argument. Soll heißen: Die Realität ist so schlimm, dass man statt der Erfahrung in der sogenannten realen Welt lieber in die irrealen Welten des Cyberspace flüchtet. Dieser Ansatz baut auf der Vorstellung auf, dass es ein Sein in der nichtvirtuellen Welt gibt, an dem frau und mann sich zu orientieren hat. Nimm das, was da ist! Doch es gibt noch einen anderen Ansatz, den ich bereits in einem meiner vorigen Freitagskommentare erwähnte. Mit Hilfe meiner Kreativität, der Fähigkeit zur Vorstellung von (zukünftigem) Sein gestalte ich eine eigene Welt in meinem Blog, lade andere ein, daran teilzuhaben und entwickele alleine oder gemeinsam mit anderen daraus Schritt für Schritt eine Situation, die übertragbar ist auf die nichtvirtuelle Welt. Und ehe ich es vergesse: All' das geschieht selbstverständlich unter strenger Beachtung demokratischer Grundsätze und derzeit geltender Ideologien. Weder rufe ich in meinem Blog auf zu (sexueller) Anarchie, verführe andere zu Dingen, die sie nicht wollen oder verstehe Blogs gar als Konkurrenz zu dem florierenden Markt kostenpflichtiger Online-Kontaktbörsen.

Für viele Menschen ist das Netz eine gute Gelegenheit geworden, andere zu treffen. Die Seite von Wildxangel sammelt Informationen und Stories zu diesem Thema. Wildxangel selber schreibt zu der Möglichkeit, jemanden im virtuellen Raum kennenzulernen:

"It's not the despair. I can stand the despair... It's the Hope.
...I met my husband through the internet, though I didn't fall in love with him there. I'm too cynical for that. But not so long ago anything was possible. The Internet was a wealth of friends, a social life that a single mother in a rural area could have."

Das Netz ist Risiko. Und Reiz. Es ist der Reiz des Neuen, den du aus der Offline-Welt kennst. Und es ist zugleich etwas anderes. Etwas, das du nicht immer überblicken kannst. Und willst. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Ich mag dieses Unbekannte sehr. Wenn es dir genauso geht, dann schau' dir an, was passiert. Laß' dir Geschichten erzählen. Solche wie diese überaus prickelnde Geschichte vom Bären zum Beispiel. Oder die Fahrt auf dem Highway. Und die Geschichte vom Drachen. Ich genieße es sehr, mir aus dieser bunten Welt etwas auszusuchen und knüpfe den Faden meiner Erzählungen an diesen Geschichten an. Für jeden von uns gibt es irgendwo eine Idee und einen Gedanken, den wir aufgreifen können.

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Aufgrund eines technischen Problems und eines Mißverständnisses, das ich nun einvernehmlich mit den Leuten von twoday.net geklärt habe, sind in den letzten Tagen keine Kommentare erschienen. Elektra hat stattdessen ein wenig hinter den Vorhang des Himmel- und Höllenspiels geblickt und Bloxbaby einen kurzen Kommentar über die Siebziger geschrieben.

Nun kann ich beruhigt in die Kiste mit den CD's greifen und darauf warten, bis die richtige Stimmung für den Freitagskommentar aufkommt. Also: Bis nachher :-)

Montag, 24. Januar 2005

Die Zuchtstuten der Elite

Der Herr von der FDP hat seine Aufmerksamkeit bekommen. Endlich! Jetzt erinnern sich die einen an ihr einziges ihre einzigartigen Elitessen-Erlebnisse und die anderen erzählen einen vom Pferd. Genauer gesagt: Von der Zuchtstute. Aus dieser Perspektive fiel mir dann auch noch etwas ein.

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"Droge oder Sakrament?
Ayahuasca kommt vom brasilianischen in den Großstadt-Dschungel

Der rituelle Gebrauch eines psychoaktiven Tees mit Namen "Ayahuasca" breitet sich weltweit aus.

... lieber nüchtern in die Irre, als berauscht in die Erkenntnis" ;-)

Sonntag, 23. Januar 2005

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Momentane Videoclip-Hits :

Scooter, One (Always hardcore)
Nett. Der Jaguar E am Strand von St. Peter Ording
www.scootertechno.com

Nu Pagadi:
Sweetest Poison

Söhne Mannheims:
"Und wenn ein Lied"

Samstag, 22. Januar 2005

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Russian Cyberspace
Das Russische Internet. Oder: Von Zensur, die sich nicht lohnt und Freiheit, die nichts ändert.

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'Obrazky'

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war gestern: immer wieder freitags ...

"Inauguration: Lifestyles of the Rich and Heartless"

via truthout.org

Due to $17 million worth of inaugural security - paid for by the city of Washington, D.C. - the Progress Report is unable to access its office. Never fear - it takes a lot more than that to keep us down. We put this list together for you ahead of time. Your regularly scheduled Progress Report returns tomorrow.

A look at this week's festivities by the numbers:

$40 million: Cost of Bush inaugural ball festivities, not counting security costs.

$2,000: Amount FDR spent on the inaugural in 1945 - about $20,000 in today's dollars.

$20,000: Cost of yellow roses purchased for inaugural festivities by D.C.'s Ritz Carlton.

200: Number of Humvees outfitted with top-of-the-line armor for troops in Iraq that could have been purchased with the amount of money blown on the inauguration.

$10,000: Price of an inaugural package at the Fairmont Hotel, which includes a Beluga caviar and Dom Perignon reception, a chauffeured Rolls Royce and two actors posing as "faux" Secret Service agents, complete with black sunglasses and cufflink walkie-talkies.

400: Pounds of lobster provided for "inaugural feeding frenzy" at the exclusive Mandarin Oriental hotel.

3,000: Number of "Laura Bush Cowboy cookies" provided for "inaugural feeding frenzy" at the Mandarin hotel.

$1: Amount per guest President Carter spent on snacks for guests at his inaugural parties. To stick to a tight budget, he served pretzels, peanuts, crackers and cheese and had cash bars.

22 million: Number of children in regions devastated by the tsunami who could have received vaccinations and preventive health care with the amount of money spent on the inauguration.

1,160,000: Number of girls who could be sent to school for a year in Afghanistan with the amount of money lavished on the inauguration.

$15,000: The down payment to rent a fur coat paid by one gala attendee who didn't want the hassle of schlepping her own through the airport.

$200,500: Price of a room package at D.C.'s Mandarin Oriental, including presidential suite, chauffeured Mercedes limo and outfits from Neiman Marcus.

2,500: Number of U.S. troops used to stand guard as President Bush takes his oath of office

26,000: Number of Kevlar vests for U.S. soldiers in Iraq and Afghanistan that could be purchased for $40 million.

$290: Bonus that could go to each American solider serving in Iraq, if inauguration funds were used for that purpose.

$6.3 million: Amount contributed by the finance and investment industry, which works out to be 25 percent of all the money collected.

$17 million: Amount of money the White House is forcing the cash-strapped city of Washington, D.C., to pony up for inauguration security.

9: Percentage of D.C. residents who voted for Bush in 2004.

66: Percentage of Americans who think this over-the-top inauguration should have been scaled back.

Original
(In accordance with Title 17 U.S.C. Section 107, this material is distributed without profit to those who have expressed a prior interest in receiving the included information for research and educational purposes. t r u t h o u t has no affiliation whatsoever with the originator of this article nor is t r u t h o u t endorsed or sponsored by the originator.)

Sachsen

"Während einer anberaumten Schweigeminute für alle Opfer des Nationalsozialismus - "gleichviel durch welche Willkür- und Gewaltmaßnahmen sie zu Schaden gekommen sind" -verließen die 12 Abgeordneten der NPD das Plenum. Die NPD-Fraktion wolle allein der Opfer der Bombardierungen deutscher Städte durch die Luftangriffe der Alliierten gedenken, wurde erklärt.

In seinem nachfolgenden Redebeitrag erklärte der NPD-Abgeordnete Jürgen W. Gansel: "Mit dem heutigen Tag haben wir auch in diesem Parlament den politischen Kampf gegen die Schuldknechtschaft des deutschen Volkes und für die historische Wahrhaftigkeit aufgenommen." Der Telepolis-Artikel

Freitag, 21. Januar 2005

Der Freitagskommentar

Es ist Freitag abend, und Sie haben keine Lust, zwei Stunden mit der Bahn zum nächsten Date zu fahren? Kein Problem. Gehen Sie einfach auf die Deutschlandkarte von BlogPlan, klicken Ihre Stadt an, die Blogger dort sind nach Haltestellen gelistet, lesen sich die vielversprechendsten Blogs kurz durch und hoffen, dass im Blog Ihrer Wahl die Kommentarfunktion geöffnet ist. Schon dürfte der Weg zum nächsten Date nicht mehr allzu schwierig sein. Sollten Sie es für notwendig halten, erstellen Sie vorher noch kurz ein Datenprofil zwecks besserer Vorbereitung, mit ein wenig Glück finden Sie im Blog ein Foto, einen Hinweis auf die bevorzugte Rotweinmarke, das Alter sowie weitere soziodemographischen Daten, die Namen der Ex-Freunde, politische Einstellungen und mit etwas Glück sogar sexuelle Vorlieben. Das alles sortiert nach Postleitzahl und Haltestelle. Es dürfte das am besten vorbereitete Date Ihres Lebens werden! Und damit Sie das Geld für den Rosenstrauß wieder reinholen, machen Sie Ihrem neuen Kunden am Montag in der Agentur den Vorschlag, ein individuelles direct mailing mit den von Ihnen gesammelten Selektionsmerksmalen der Blogs aus dem Blogrolling Ihres Dates zu verschicken. Ich wette, Ihr Kunde freut sich dieses Mal sehr über die Rücklaufquote. Sie wollen gar kein Date? Sind einfach nur neugierig oder arbeiten im beobachtenden Gewerbe? Noch besser. Gehen Sie Golf spielen. Sie haben ab jetzt Zeit. Der Zoo verwaltet sich in Zukunft selber. Oder suchen Sie die Kollegen aus der Branche im Internet. Dazu geben Sie bei Google einfach das Stichwort "BlogPlan" ein und klicken die Links an, bei denen jemand vorschlägt, BlogPlan auch in seiner Stadt ins Leben zu rufen. Vielleicht finden Sie dort auch einen Hinweis aus unserem Buch, in dem ich im November 2003 unseren Leserinnen mit größtem Enthusiasmus von den Möglichkeiten dieser Vernetzung vorschwärmte.

Sie sammeln Blogs und selektieren nach Vorlieben und Abneigungen? Ich persönlich mag zum Beispiel, wenn auf der Verpackung eines Blogs mit der Kombination von Sex und Anarchie geworben wird. Eher weniger mag ich, wenn der Blogger dann aber auch noch mit Dominanz und Unterwerfung wirbt, das Ganze garniert mit ein bisschen Liebe. Andere Blogger sehen das gelassener und die Zahl der AnhängerInnen dieser virtuellen Spielart scheint größer zu werden, wie ich im letzten Freitagskommentar schrieb.

Bei mittlerweile mehr als 2,5 Millionen Bloggern weltweit dürfte es für Sie kein Problem sein, etwas zu finden, was ganz Ihrem Geschmack entspricht. Vielleicht gefällt Ihnen Collar Purple. "TheBoss and Invidia" haben eine feste Rollenverteilung in ihrer Ehe gefunden und demonstrieren per Blog, dass die Verbindung von Hiebe und Liebe bisweilen recht ausgefallene Formen des Zusammenlebens annehmen kann. Passend zu ihrer Aufgabenteilung ist die Sorge von Invidia um das in den Medien ihrer Ansicht nach verbreitete Männerbild:

"Specifically I speak of the incompetent and stupid stereotype that is being propagated in commercials, sitcoms, and kids' cartoons. You know the stereotype of which I speak - the man who is a complete bumbling dunderhead and constantly needs his wife to help him out of bad situations, or at least to explain things to him."

Damit dieses Männerbild nicht weiter Schule macht, zeigt der Boss von Invidia auf den Fotos im Blog, dass er keine Hilfe benötigt, um ihren Hintern mit deutlich sichtbaren Streifen zu verzieren. Ob die beiden mit ihrer Seite auch Geld verdienen? Ich könnte mir für sie gut die entsprechenden Werbepartner aus dem Bereich Recruitment vorstellen. Die Potenzialanalyse zur Ermittlung berufsrelevanter Eigenschaften dürfte eine gewisse Schnittmenge zu Berufen ergeben, die auf Zucht und
(Unter-)Ordnung großen Wert legen. Hundestaffel-Führer zum Beispiel. Oder Franchisenehmer eines Boot Camps für nicht willige Teenager.

Die deutsche Blogger-Szene ist gerade dabei, das bunte Spielfeld des Sadomasochismus ebenfalls zu besetzen. Ich hätte daher an dieser Stelle gerne auf die nette kleine Geschichte eines Bloggers verlinkt, der seiner geneigten Leserschaft über das Treffen mit der "charmanten E-mail-Adresse" berichtete. Leider wurde dieser Beitrag jedoch wieder gelöscht, was ich nun gar nicht verstehen kann, hatte er sich doch wirklich zusammengerissen, "kein Scheißkerl zu sein. Nur ein bisschen Scheißkerl, gerade so, dass es nicht weh tut". Ganz gelungen scheint ihm das leider nicht zu sein, denn er lächelte, "während sie weiter meinen Schwanz in ihrem Rachen verschwinden und wieder auftauchen ließ. Sanft drückte ich ihren Kopf gegen mich, bis sie würgte. Gutes Mädchen. Kannst du auch kochen?"

Da diese kleine Episode mittlerweile aus dem Google-Cache verschwunden ist, nehme ich an, dass der Schreiber keinen gesteigerten Wert auf Verlinkung legt. Diese Geschichte ist insofern auch bedeutsam, als sie uns auf die Chancen und Risiken eines Online-Dates in Blogland aufmerksam macht. Vielleicht sollten Sie mit Ihrem Blog-Date eine schriftliche Vereinbarung treffen. Etwas im Stil von "Solltest du mich in deinem Blog-Kommentar als charmante E-Mail-Adresse bezeichnen, schreibe ich in meinem Blog über den Inhalt deines Bücherschranks. Denn das ist es, was mich wirklich an dir interessiert." Vielleicht sollten Sie sich aber auch vorher über den Beruf Ihres Blog-Dates informieren. Bleiben Sie hartnäckig. Sie finden seine Blog-Geschichten verdammt professionell geschrieben? Im ICQ hat er Ihnen erzählt, seit kurzem sei er selbstständig in der Security-Branche? Nun: Entweder ist der Mann wirklich vielfältig begabt. Das soll es ja tatsächlich geben. Oder Ihr Blogger aus der Security-Branche braucht noch etwas Inspiration für seinen nächsten Artikel, den Sie später mit etwas Glück in einem der bekannten Online-Magazine lesen können. Sie finden das ganz prima? Dann mailen Sie mich einfach an. Ich schicke Ihnen gerne die URL des entsprechenden Blogs.
Es macht Ihnen dann sicher auch nichts aus, wenn Ihr Blogger zwecks Tilgung seiner Schulden nebenbei ein Erotik-Portal betreibt und Sie heimlich mit der Digitalkamera fotografiert. Das ist schließlich immer noch besser, als wenn Ihr Sohn samstagnachmittags diese Postkarte aus dem Briefkasten holt und sie auf die Kaffeetafel legt: "Mami, du hattest doch gesagt, wir kaufen keine Lutscher, weil da soviel Zucker drin ist".

Nicht immer bleibt Ihr zweites Leben unentdeckt und es ist sicher angebracht, einige Regeln zu beherzigen. Lassen Sie sich Zeit, und lesen Sie aufmerksam die Texte im Blog Ihres Vertrauens. Wieviel gibt er von sich preis und warum tut er das? Manchmal ist der dezente Hinweis auf die wahre Identität ja wirklich gut plaziert und der Arbeitskollege erfährt endlich, es ist die Kollegin vom Schreibtisch gegenüber, in deren Blog er zwischen Weihnachten und Neujahr dieses leckere Bratenrezept fand. Die Maus wird in Zukunft ihre Kommentar-Funktion offen lassen. Und ihr Kollege ein eigenes Blog eröffnen.

Leider ist jedoch auch Blogland nicht frei von Menschen mit psychischen Problemen. Menschen mit gespaltener Persönlichkeit zum Beispiel. Da bloggt zum Beispiel jemand über Monate hinweg den ganz normalen Single-Alltag in alle Welt hinaus, die Geschichten werden immer sentimentaler, die entsprechenden Kommentare auch. Acht Jahre lang Single? Es kommt Ihnen alles so bekannt vor, irgendwie scheint er in Ihrem Leben wie ein offenes Buch zu lesen, wehmütige Erinnerungen an gemeinsames Kuscheln vor dem Einschlafen, unzählige Nächte in Kneipen mit schalem Bier und faden Gesprächen, Silvester mit Sekt und Kater ohne Katze. Wie bekannt kommt Ihnen das alles vor. Sollen Sie es also tun? Sollen Sie wirklich versuchen, mit ihm per Blog in Kontakt zu kommen? Sie zögern. Was nun? Sich im Blog einfach anmelden und Ihren ganz persönlichen Kommentar hinterlassen? Warum eigentlich nicht. Und während Sie noch überlegen, schreibt er über seinen Geburtstag. Und lichtet sowohl das Diner als auch die Frau mit dem Ehering ab. Doch. Das wollten Sie jetzt unbedingt sehen. Leider ist auch das hier Blogland. Sie werden es erfahren. Und dann an vier Möglichkeiten denken: Erstens. Der Arme ist schizophren. Zweitens. Der Typ ist pervers. Drittens. Das Blog braucht Traffic und er daher möglichst viele BesucherInnen auf seiner Seite. Viertens. Der Mann ist Gründer und Guru einer virtuellen Sekte für suchende sadomasochistische Seelen.

Alle vier Punkte sollten für Sie jedoch nur den einen Schluß zulassen: Streichen Sie das Blog sofort aus Ihrer Leselektüre, dem Blogrolling oder Ihren Bookmarks. Und besuchen stattdessen eines der zahlreichen anderen Blogs, in denen ein netter Mensch eine Menge Interessantes zu erzählen weiß. Lesen Sie seine Geschichten. Genießen sie es. Und überlegen sich vielleicht irgendwann einmal, einen netten Kommentar in seinem Blog zu hinterlassen.


Aus:
Chiffre: Morgaine in BlogLand

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und Planetopia kennt jetzt jeder (Blogger)
... verschenkt er noch eine Packung Mon Cheri

Donnerstag, 20. Januar 2005

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via Spreeblick: "Auf Wunsch der Firma Die FormatSchmiede GmbH & Co. KG, die zur Planetopia Produktionsfirma News and Pictures gehört, habe ich den Zusammenschnitt der Interviewfragen in diesem Spreeblick-Artikel entfernt." ...

Kommentar (den Link bitte beim 'Spreeblick' anklicken!):
... Ist es diese Datei, die Du entfernt hast? Die findet man doch wohl überall im Netz.

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sadist

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Lange Haare, liebliches Erlöserlächeln, Gestik signalisiert: latent lustbereit. Der "einsame Rufer in der Wüste", ehemals Christian Anders.

Jemand Lust?

OFF-TOPIC

Kurze platonische Abendlektüre. Siehe dazu dann bitte auch "Paivio, Duale Codierung". Danach ist der Abruf der Information abhängig von der Aktivierung beider Systeme. Die Frage lautet also nicht, ob das Bild fehlte, weil die Idee nicht da war, sondern *warum* die *vorhandene* Idee/Information weder in Bild noch in Sprache abrufbar war. Der Satz "Ich brauche Bilder" war insofern missverständlich ausgedrückt und hätte wohl besser heißen sollen: Wieviele Geschichten werden es noch sein und welche wird die Wahrheit sein? Nicht jede Idee wird zu einer Geschichte, die sich als Wahrheit manifestiert.

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Astrid Haarland M.A. Politologin - Soziale Kunst- und Ausstellungsmacherin - Commander/ISLA - a.haarland(at)googlemail.com - Choose safe communication ... ;-)

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