Sonntag, 23. September 2007

Esoterische Menschenfischermärkte

Schon wieder mal eine Quelle über den lukrativen Esoterikmarkt, in dem sich so gut nach billigen und willigen Frauen fischen lässt, wie ich hier schon des öfteren geschrieben habe. Auch BlogLand bietet sich für das Aufstellen von Honigtöpfen an, die Methoden eignen sich für diverse Rekrutierungen. Jürgen Roth schreibt in seinem Buch "Ermitteln verboten" auf Seite 103:


"Manchmal bleiben Leichen zurück. Und fast immer wird gelogen, bestochen und vertuscht, wenn es darum geht, die vermeintliche Wohlanständigkeit einflussreicher Personen des öffentlichen Lebens zu verteidigen, die sich im Umfeld des Rotlichtmilieus tummeln.
Mir liegt zum Beispiel die Aussage eines Kriminalbeamten aus Sachsen vor. Anfang 2000 erfuhr er von einer "Quelle", die er als sehr zuverlässig und vertrauenswürdig einschätzte, Folgendes:
"Sie erhielt eines Tages Besuch von einem 'seriösen' Geschäftsmann, der ihr anbot, für eine Organisation von ehemaligen MfS-Leuten (Ministerium für Staatssicherheit) zu arbeiten, die unter anderem Geschäftsleute und hochrangige Politiker mit Edelprostituierten beliefert."

Bei einem weiteren Treffen fragte sie, was genau sie zu tun habe. Sie müsse, so sagte ihr der heute 55-jährige Geschäftsmann aus Dresden, für eine üppige Summe jederzeit für Einsätze bereit sein, auch für wochenlange Reisen. "Unter den Kunden wäre unter anderem auch ein Ministerpräsident aus den neuen Bundesländern." Außerdem legte der Geschäftsmann der "Quelle" ein Fotoalbum vor, in dem Frauen abgebildet waren, die bereits für die Firma arbeiteten und dafür viel Geld kassieren würden. Als Gegenleistung wurden eine hundertprozentige Verfügbarkeit und absolute Diskretion gefordert und ansonsten mit strengen Bestrafungen gedroht. Im Falle dass eigene Kinder da wären, würde für deren Versorgung und Betreuung gesorgt werden, weil auch Einsätze wie Urlaubs- und Geschäftsreisebegleitung vorsehen seien. Die Frauen würden dort zum Beispiel auch als Putzfrauen getarnt zum Einsatz kommen. Konkret wäre das bereits beim Ministerpräsideten so gelaufen.

Der Geschäftsmann war zudem Esoterikexperte und gab an, bundesweit entsprechende Vorträge zu halten.



Aus:
Jürgen Roth, Ermitteln verboten. Warum die Polizei den Kampf gegen die Kriminalität aufgegeben hat, Eichborn AG, Frankfurt am Main 2004

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